Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Montag, 3. Juni 2013

Im Stein verborgen

Nachdem meine Nackenmuskeln nun nicht mehr lauthals protestieren, wie bereits angekündigt, ein Rückblick auf 2 Tage Bildhauerei.
Das Ganze wurde organisiert von Rocco, einem der Genosenschaftler des Bahnhofs Wiesenburg und alles weitere darüber und dieses wunderschöne Projekt am besten vor Ort nachlesen :)
Bahnhof am Park
Es lohnt sich!
Zurück zum samstag Morgen. Die Nacht war kurz, das Wetter wenig einladend, neblig-trüb und insgesamt eher ein gGrund, im Bett zu bleiben, sich die Decke noch einmal über die Ohren zu ziehen und den Wecker einfach zu ignorieren. An jedem anderen Samstag, an dem mich mein Wecker ungeplanterweise aus dem Bett geworfen hätte, wäre auch genau das meine Reaktion gewesen. Mein Biorhythmus ist wirklich nicht der einer Frühaufstehererin!
An diesem Samstag allerdings gab es einen guten Grund und der war: Bildhauerei mit Thüster Kalk. In Kalk? Jedenfalls mit einem wunderbar zu bearbeitenden Stein. Ein sehr dankbares Material nannte Helmut ihn und recht hat er damit. Steinbildhauer Helmut Schön, Gestalt in Stein gab uns eine kurze Einführung in die Handhabung der wesentlichen Werkzeuge, als da wären Spitzmeißel, Flachmeißel und Zahnmeißel, den Fäustel und den Klüppel, ließ uns unsere Steine aussuchen und danach begleitete er das Werden.

Da Bilder mehr sagen als 1000 Worte, zeige ich einfach 5 Schritte meines Steins und erzähle danach weiter.

Der rohe Block


Skizzenhafte Idee
diverse Schläge später


am Ende des ersten Tages
fertig und daheim
Er/Sie? Ich tendiere zu er. Jedenfalls er wurde als Eulenmensch oder auch mexikanischer Sonnengott bezeichnet, Vorlage hatte ich keine, nur eine Idee im Kopf - etwas freundliches, einladendes.  Ich denke, das ist mir gelungen, habe jedenfalls Samstag abend gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd laut Monika und war auch einfach nur begeistert. Warum? Ich wollte schon immer mal so etwas machen. Und nicht immer gehen die Erwartungen, die man hat, auch tatsächlich in Erfüllung. Aber in diesem Fall war es einfach rundum so.
Wir waren eine Truppe von 12 Leuten, bunt gemischt, mit Menschen, die Erfahrung im Steinbildhauen hatten, und einigen mehr ohne jede Erfahrung. Und doch hatten am Ende alles etwas ganz eigenes geschaffen, manche so wie gedacht, bei einigen kamen ganz andere Dinge aus dem Stein zum Vorschein.
Mich hat das breite Grinsen schon überrascht, aber ich muss unwillkürlich zurückgrinsen und damit ist's gelungen.
In den Händen muss er etwas halten, war der Konsens derer, die sich dazu äußerten und Yvonne hatte dann zuhause einen Lichtblitz - sozusagen - und brachte aus ihrem Fundus einen (am Ende) 500karätigen Glasdiamanten mit. Wie dafür geschaffen, oder? Danke noch einmal, Yvonne :)
Steinbildhauen ist eine herrliche Arbeit zum Abschalten, ich kann mich nicht wirklich erinnern, was ich so gedacht habe im Laufe der zwei Tage, wenn es etwas greifbares war, wird es sich um die Figur gehandelt haben. Sehr entspannend.
Dass ich noch zwei Steine mitgenommen habe zur weiteren Bearbeitung erübrigt in meinen Augen große weiter Worte dazu, wieviel Spaß ich an der ganzen Sache hatte.
Geplant ist, dass wir uns alle noch einmal auf einen Kaffee (und der Kaffee im Bahnhofscafé ist wirklich lecker!) treffen und alle Bilder ansehen, die so im Lauf der zwei Tage entstanden sind. Ich hoffe, dass es klappt. Und Helmut hat wohl schon eine Neuauflage des Kurses in Aussicht gestellt - na da bin ich doch dabei, wenn es zeitlich passt.
Es war ein wunderschönes (obwohl Sonntag völlig verregnetes) Wochenende! Danke noch einmal an Helmut und Rocco für das Vorbeibringen von Stein und Stein, ich freu mich schon auf ein Wiedersehen!
P.S. Es scheint doch wirklich heute die Sonne?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen