Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Montag, 30. September 2013

und noch einmal Herbst

aber jetzt - noch vor Oktober - scheint sich ein sonnigeres Wetter hier wohlzufühlen. Sonnig, windig, so richtiger Wind zum Durchpusten lassen und ein Wetter also, das einen einfach vor die Tür treibt. So geschehen Sonntag, recht spontan zu einem kleinen Spaziergang - Spazierstöbern aufgebrochen. Sonderlich weit kam ich nicht, aber konnte einfach die Landschaft auf mich wirken lassen - und das ganze unweit der Landstraße. Das ist das schöne am Hohen Fläming: durch die insgesamt ziemlich hügelige Landschaft verschwindet so eine Straße schnell aus den Augen und damit auch aus dem Sinn.
Vielleicht keine - berauschenden Anblicke - aber einfach schön genug, um sie zu genießen und dem Alltag mal den Rücken zuzukehren. Ohne großen Aufwand. Es brauchte: eine Kamera und einen Blick für kleine Dinge - und die Bereitschaft, sich ab und an auf den Boden zu werfen für ein paar schöne Fotos. Auch wenn der Wind das fotografieren ncht immer vereinfacht hat, aber nach 5 Anläufen waren die Glockenblumen im Bild und nicht vom Winde verweht...






Bei - mal wieder Pilzen - ist das eifnacher, vor allem bei diesen (vermutlichen) Parasolpilzen - die sind einfach nicht so windempfindlich ;)





Der Schirmdurchmesser des Pilzes in der Mitte beträgt ca. 20 cm und diese Pilze sind mir schon von sehr weitem ins Auge gestochen. Kurz vorher sonnte sich noch ein Schmetterling auf dem warmen Boden.



Eine herrliche Auszeit und wie gesagt, ohne großen Aufwand. Und ohne weite Wege. Ich glaube, das werde ich demnächst wiederholen.

Im November heißt es wieder: National Novel Writing Month und inzwischen habe ich sogar eine Idee. Sonst noch nichts, kein Plot, keine Protagonisten, aber eine Idee. Also ganz klar: no plot, no problem und mal schauen, was sich beim Schreiben so entwickelt!

Allen einen schönen Wochenanfang, genießt die schönen Tage!

Mittwoch, 25. September 2013

es herbstelt

Etwas überpünktlich setzte hier bereits der Herbst mit typischem Herbstwetter ein, noch hoffen wir allerdings auf einen goldenen Oktober. Es ist regnerisch, nieselig und insgesamt ziemlich trüb da draußen. Und auch die Temperaturen sind deutlich unter die 20°C-Marke gerutscht. Aber wie gesagt, es kann ja noch ein goldener Oktober werden.
Allem Wetter zum Trotz habe ich mich mal wieder zu einem Spaziergang aufraffen können und eine kleine Runde gedreht. Das Wetter scheint allerdings genau richtig für Pilze zu sein. Während ich da so durch unseren Forst schlenderte, musste ich an meine erste Pilztour mit Alexandra denken, in der Schweiz vor inzwischen einigen Jahren. Zuerst habe ich nicht einen einzigen Pilz entdeckt, später fielen mir dann vor allem Täublinge ins Auge und am Ende doch noch ein Speisepilz, eine 'Krause Glucke'. Dieser Pilz ist auch wirklich unverkennbar (glaube ich) - orange und ansonsten schwammig - so sie denn auffällt, fällt sie auf. 
Bei meiner Tour jetzt bin ich über zahlreiche Pilze gestolpert, die meisten davon vermutlich nicht genießbar (von den vermutlichen Parasolpilzen einmal abgesehen) aber auf alle Fälle gut für ein paar Bilder.


Ich habe ja von Pilzen keine Ahnung, aber fotogen sind sie dennoch. Die Pfifferlinge hab ich in diesem Jahr vermutlich verpasst, aber 2014 ist ja auch noch Zeit. Jetzt bin ich erst einmal gespannt, ob und wann sowohl der Zuckermais als auch die Bohnen reifen werden.


Soviel einfach mal zwischendurch ;)

Montag, 2. September 2013

'Im Namen der Freiheit'

"Ich bin Hans!", das sind die ersten und letzten Worte, gesprochen von Sebastian David im 2-Personen-Stück "Im Namen der Freiheit" von Julia Strehler (Regie und Text). Die Ur-Aufführung fand am 31.08.2013 in Hagelberg statt. Dort, wo vor 200 Jahren die 'Schlacht am Hagelberg' geschlagen wurde.
Hans geht mit vorsichtigen, bloßen Füßen über die ungemähte Wiese und: 'ja, hier muss es gewesen sein.'
Das Stück wechselt zwischen beinahe sachlicher Beschreibung der Truppenbewegungen und dem ganz persönlichen Empfinden zweier Männer, ein namenloser französischer Soldat/Offizier? (Daniel Pillon) und ein Bauer, der sich der Landwehr anschloss. 'Im Namen der Freiheit'. Dazu ein kürzestmöglicher geschichtlicher Abriß (Geschichte war nie mein Lieblingsfach und die Gründe für Kriege sind m.A. nach ohnehin häufig Ausglegungssache).
Diese Schlacht war Teil der sog. Befreiungskriege. Von wem? Den Franzosen. Ausgangspunkt der Napoleonischen Kriege war wiederum die französische Revolution (liberté, égalité, fraternité). Bleiben wir bei Liberté. Beide Seiten wollten also die Freiheit. Und schlugen sich im Namen derselbigen am Hagelberg die köpfe ein.  Wer genaueres dazu lesen möchte,. schaue einfach in der Fachliteratur oder auch bei Wikipedia nach, zum Beispiel hier: Schlacht bei Hagelberg
Hans, anfänglich voller Begeisterung über seine Teilnahme am großen Ganzen, an der Befreiung, stellt im Laufe des ersten Gefechtes fest, dass es 'kein Spiel' ist. Sein französischer Gegenspieler ist der Schlachten bereits müde und kann nur mitleidig leise spotten über die Begeisterung der Landwehr, die ja doch nur Kanonenfutter seien. Und dafür auch zusammengerufen. Im zweiten Gefecht fällt Heinrich, der Hans zur Teilnahme an diesem Feldzug aufgerufen hatte. Heinrich, auch ein Bauer (ebenfalls gespielt von Daniel Pillon - und manchmal von einer Mütze auf dem Stiel einer Heugabel) war ein guter Freund von Hans.
Und am Ende, nach dem Gefechten, nach dem Sieg der Preußen, geht Hans, mit Heinrich über der Schulter, Heinrich, den er dann begräbt. Er geht und niemand kümmert sich um ihn, einzeln und zu zweit haben alle das Schlachtfeld verlassen. 3000 Männer blieben am Hagelberg und die Erde war sumpfig vom Regen und auch vom Blut, dem Blut, das unter der Erde, in der Erde gleich aussieht. 'Die Erde macht da keinen Unterschied.'
Hans schließt mit den Worten, er versuche weiterhin seinen Alltag zu bestreiten, sein Feld zu bestellen, aber die Stimmen lassen ihn nicht los.  
Das Stück, die beiden Schauspieler, hat mich sehr beeindruckt. Warum? Weil es immer noch ach so aktuell ist und die Absurdität von Kriegen so deutlich darstellt.

Freiheit. Liberté. Libertad. Liberty. Frihet. Frelsi. Libero. Rhyddid.

Alles Worte aus verschiedenen Sprachen für denselben Begriff.  Dieselbe Bedeutung? Vermutlich eher nein. Ich vermute, man bekommt 10 unterschiedliche Antworten auf die Frage: was ist eigentlich Freiheit?, die man 8 Menschen stellt. Eine Stunde, zwei Männer, ein großes Thema ergreifend dargestellt und so deutlich, dass man sagen möchte: sehr es euch an. Seht doch hin! Und zieht eure eigenen Schlüsse.

Kontrahenten


Daniel Pillon



Sebastian David


vereint