Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Montag, 4. November 2013

Ausstellung Wolfgang König - Malerei - in Wuppertal

140 Bilder, ein Haus und ungezählte Besucher. Das ist ein Ergebnis von langen Jahren Malerei. Aber nicht nur der Malerei, sondern dem Leben und Wirken zweier Menschen, die ich persönlich leider nicht kennengelernt habe.
Ulla König (1924 - 2013) und Wolfgang König (1923 - 2011), Realschullehrer. Damit genug der Formalitäten.
Zum Einstieg zitiere ich einen Satz aus der Rede von Gisela:
''Wir lieben das Leben,' schrieb Ulla in eins ihrer Fotoalben.'
Ein weiterer Satz beschreibt vielleicht, was vor dieser Ausstellung geleistet werden musste: 'Die Einrichtung des Hauses folgte aufgrund der zunehmendem Werke dem Motto: 'Bilder statt Tapeten', so dass für mich der Begriff Renovierung lange ein Fremdwort geblieben ist.'
Es hingen als Bilder über Bildern und konnten nicht als einzelne Bilder, sondern nur als - Bilderwand gesehen, wahrgenommen werden. Die Wände wurden gestrichen, das Haus geräumt, beräumt, geordnet, so dass die 140 Bilder doch alle irgendwie einen Platz fanden und jeweils als einzelnes Bild erlebbar wurden. Dabei wurde von Solveig und Andreas bewusst auf eine nach Themen geordnete Aufhängung verzichtet, der Effekt einer solchen wurde am Sonntag deutlich, nachdem viele Bilder bereits in ihre neue Heimat aufgebrochen waren und sich dann doch vermehrt nur Portraits in einem Zimmer fanden. Für die Intensität der Blicke waren die Räume dann - meines Gefühls nach - doch zu klein, da die - ich nenne es einfach 'Milderung' durch die Landschaften oder Stilleben fehlte.
Da Bilder - vor allem bei einer Ausstellung der Malerei - mehr sagen als viele Worte, folgen jetzt einige ganz wenige, da hier einfach nicht genug Raum ist, um alle von mir aufgenommenen 267 zu zeigen.


Dieses Bild zierte auch die EInladung und stand ganz passend auf einer Staffelei - als Wegweiser zur Ausstellung.

Was wäre eine Ausstellung ohne kleine Häppchen zur Stärkung? Die Küchencrew, erste Schicht, spontan eingesprungen, da die eigentlich zuständige, Petra,  krankheitsbedingt ausfiel. Trotzdem ging ein großer Dank an Petra, die nicht nur die Einkäufe übernommen, sondern auch diverse wirklich leckere Pasten zubereitet hatte. Die zweite Schicht habe ich dann mit Sinah übernommen und ich finde, wir waren auch ein gutes Team ;)


Eine Gedanke der Ausstellung war: wem ein Bild gefällt, der darf es mitnehmen, die Bilder sollen bei lieben Menschen einen Platz finden, statt als anonyme Stapel irgendwo einzustauben. Damit die Ausstellung nicht bereits nach einer halben Stunde leergeräumt wurde, blieben alle Bilder bis 14 Uhr hängen und Andreas war der Verantwortliche für Bildreservierungen - hier bei der Arbeit.


Während man in der oberen Etage durchaus Chancen hatte, die Bilder anzusehen,



drängte sich in der unteren Etage - vor allem am Buffet - das Publikum. Niemand von uns hat gezählt, wieviele Besucher anwesend waren, Schätzungen reichen von 50 - 70, aber wir wissen es einfach nicht genau, da auch immer wieder ein Kommen und Gehen herrschte.



Die vier Geschwister am Beginn der insgesamt recht kurzen, aber sehr schönen Ansprachen.

Jedem, dem ein Bild gefällt, darf es mitnehmen - und das galt uneingeschränkt für jedes Alter.

Es handelt sich also wirklich um einen winzig kleinen Ausschnitt alle gemachten Aufnahmen, aber als Eindruck soll es reichen. 
Am Ende des Tages - das offizielle Ende war 17 Uhr und gegen 17:30 waren tatsächlich auch alle aus dem Haus, die den Abend nicht im Kreis der Familie verbringen sollten - oder wollten - waren alle müde. Es gab einen Riesentopf Eintopf bei Gisela, gekocht von Dieter - und praktischerweise erreicht man deren Wohnung mit wenigen Schritten durch den Garten. Auf allen verfügbaren Plätzen saßen wir dann und löffelten unsere Suppe. Nach und nach sackte der Tag und zumindest meine bleischweren Beine wurden irgendwann zu nur noch schweren Füßen, bis dann am Ende alles wieder leicht war und einfach nur noch müde.
Solveig konnte jedenfalls feststellen, dass das Konzept voll und ganz aufgegangen war. Alle waren mit dem Tag zufrieden, mit der Resonanz, der Stimmung und eigentlich allem. 
Sogar die anfangs unerschöpflich scheinenden Vorräte für das Buffet wurden deutlich dezimiert und aus dem 'wir arbeiten daran' (dass es weniger wird) wurde irgendwann ein: es ist ziemlich viel weggegangen, nur noch ein bisschen Käse ist über (und etwas Brot - na gut und ein paar fertige Schnittchen, die aber auch den Abend nicht mehr wirklich überlebten). 

Mein persönliches Fazit? Ich kam dort als Freundin von Solveig hin, kannte Gisela durch einen kurzen Besuch und Uli und Martin durch unseren Tag der offenen Tür ein bisschen. Und fühlte mich bedingungslos aufgenommen und - gerne gesehen. Klingt vielleicht etwas platt, aber beschreibt doch das, was ich gefühlt habe, recht gut. Eine gewisse Art von positiver Selbstverständlichkeit, dass ich da bin und mich dort bewegt habe, mich dort einfach wie zuhause fühlen und benehmen konnte (meinen Mitternachtskaffee im Ausstellungshaus mit eingeschlossen). Ich komme gerne wieder und freue mich auch darauf, vielleicht doch auch einige einmal - oder auch mehrmals - bei uns begrüßen zu können. 

Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche!

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