Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Sonntag, 12. Januar 2014

Januar - Halbzeit

Ich hatte ja leichtsinngerweise einen Jahresrückblick 2013 angekündigt, nun, der muss noch ein Weilchen warten. Ein ganzes Jahr verpackt sich einfach nicht mal eben so, das will wohlsortiert, gesichtet und gewertet werden. Dafür kann ich jetzt mit einem Kurzrückblick über die letzten 2 Wochen dienen.
Silvester verbrachten wir in ruhiger Atmosphäre zu viert, leider blieben die zum Neujahrsumtrunk erwarteten Gäste aus. Kurz vorher hatte sich im Dorf eine Unstimmigkeit der Gesundheit verbreitet, die dazu führte, dass zu Silvester einige gerade erst wieder aus ihren Betten kamen und andere nach wie vor flachlagen. Glücklicherweise, wie alle Betroffenen mitteilten, nur kurz. Damit blieben die Sektflaschen zu und die bereitgestellten Gläser wanderten unverrichteter Dinge wieder in den Schrank.

Diese Gläser allerdings kamen zum Einsatz, es waren unsere eigenen und so sah es aus, bevor wir uns zum gemütlichen Abgrasen des Buffets und zum Spielen niederließen, schließlich galt es ja, die Zeit bis Mitternacht gut zu verbringen.

Das Buffet, gemeinsam vorbereitet und dekoriert von Marita, Regina und Monika, derweil ich mich mit der Raumdekoration befasste - 3 gestandene (unter anderem Haus-) Frauen in der Küche waren meiner Ansicht nach genug, da musste ich meine hauptsächliche Erfahrung in Pasta nicht mit einbringen.


Unser Feuerwerk fiel in diesem Jahr deutlich überschaubarer aus mit 6 Raketen und ein bisschen Kinderfeuerwerk und auch insgesamt war das Verpulvern nicht das Hauptziel der Nacht. Jedenfalls hatten wir einen guten Start in das Neue Jahr und konnten so am nächsten Tag ganz ausgeschlafen an der Neujahrswanderung teilnehmen.

Vorher hatte ich zum eigenen Vergnügen zur Vernisage im 'naturtemperierten' Satll geladen. Das Wort 'naturtemperiert' tauchte kurz vor Weihnachten in der Zeitung auf, als ein Konzert in der naturtemperierten Kirche in Bad Belzig angekündigt wurde. Das Wort gefällt und es klingt doch deutlich einladender als 'unbeheizt' - oder?

Kurz danach wanderten wir bei strahlenstem Sonnenschein los und wurden auf diversen Umwegen Richtung Ziel, nämlich heiße Getränke und natürlich Pfannkuchen geführt. Die Art von Pfannkuchen, die andernorts (außer in Berlin) auch Berliner heißen.


Glühwein von der Feuerschale. 

Der Rückweg war deutlich kürzer, einfach nur immer geradeaus den Feldweg entlang. Eine schöne Idee und ein guter Start in den ersten Tag des Jahres, vor allem bei dem schönen Wetter. Das Wetter - immer wieder ein Gesprächsthema. Der Vergleich mit meinen Aufzeichnungen von Januar 2013 zeigt mir, dass es da ähnlich war, Temperaturen zwischen 6 °C und 9°C und Regen. Regen hatten wir bisher nicht so häufig, und meist sogar ganz freundlicherweise nachts, in den kommenden Tagen soll es allerdings kühler werden. Wiederrum wie im letzten Jahr. Auf die Schneemassen lege ich allerdings nicht unbedingt großen Wert, aber warten wir es einfach ab.

Themenwechsel. 2015 feiert Lehnsdorf, ehemals Lotschke, seine 800-Jahr Feier, und zu diesem Jubiläum wurde unter anderem eine Chronik-Gruppe gebildet, weil so eine Feier ein guter Anlass ist, mal ein bisschen in der Dorfgeschichte zu stöbern und diese zu Papier zu bringen. Da mir Schreiben eher liegt als Theaterspielen, habe ich mich der Gruppe angeschlossen, unser erstes Treffen in diesem Jahr liegt auch bereits hinter uns - in trauter Runde zu viert mit dem Entschluss, bis Ende März die Interviews geführt zu haben - Interviews mit den hier Lebenden zu allem, was sie an Geschichte und Geschichten erzählen können und mögen.
Eine ähnliche Art von Chronik - oder vielmehr einen Jahresrückblick gab es dann auch auf dem Neujahrsempfang durch Frau Klembt am Freitag. Sie stellte anhand von Bildern die Dinge vor - oder jedenfalls einen Ausschnitt daraus, was im letzten Jahr in der Gemeinde Wiesenburg so an Aktionen, Veranstaltungen und sonstigem geschehen war, um abschließend festzustellen: ein Jahr beinhaltet einfach mehr, als man dann in einem halbstündigen Vortrag vorstellen kann. Ausnahmsweise habe ich an dem Abend mal keine Bilder gemacht, allerdings nicht weil - wie Frau Klembt geschehen - meine Kamera zuhause lag, sondern ich schlicht keine Lust hatte. Ich appelliere also an die Vorstellungskraft, vor allem in Hinblick auf das dort aufgebaute Buffet. Es war interessant festzustellen, wieviele Gesichter wir nach gerade mal knappen 3 Jahren hier in der Gegend wir schon kannten und wieviele auch uns erkannt haben. Schön :)

Ute, die gerne auch mal wandert und ihre Familie selten dazu bewegen kann, rief dann Freuitag abend an, um mich für Samstag zu einer Neujahrswanderung in Rädigke einzuladen. Diese und andere Wanderungen werden organisiert und geführt durch den Gastwirt, Herrn Moritz. Der Gasthof Moritz hat darüberhinaus aber auch noch mehr zu bieten, unter anderem die Fläming-Bibliothek - ein Bibliotheksgasthof, sozusagen. Oder eine Gasthofsbibliothek? Wie auch immer, die Idee wird gut angenommen und der große Gastraum hat dadurch ein ganz eigenes Flair. Die Idee hatten wir für unser Projekt übrigens auch schon, mich hat dazu das 'Turandot' in Kreuzberg inspiriert, dort allerdings steht einfach nur ein Regal mit Büchern zum freien Mitnehmen - oder eben auch Bücher hineinstellen. Nun, vielleicht verwirklichen wir diese Idee trotzdem noch.

Impressionen der knapp 8 km langen Wanderung, von 20 angemeldeten Teilnehmern erschienen - auch wieder dank des schönen Wetters vermutlich - 48. 
Hindernisse auf den Wegen wurden umgangen oder



mit etwas Hilfe und einem beherzten Sprung überwältigt.


Auch ein etwas steilerer Abhang wurde von allem problemlos geschafft, was Herrn Moritz am Ende erfreut mitteilen ließ, dass er seinen Rucksack mit dem Erste-Hilfe-Kasten also doch nicht gebraucht hatte. Bei Kaffee und einem großen Kuchenbuffet ging die Wanderung ganz entspannt zu Ende. Danke für das vorgezogene Geschenk, Ute :)
Wer mehr über das Angebot von Gasthof Moritz erfahren will, folge einfach dem Link:
Link zum Gasthof
P.S. da gibt es wirklich leckeren Kuchen! Vor allem der Streuselkuchen ist so, wie ich mir den immer vorstelle: buttrig und saftig und kein bisschen dröge!

Soviel zum Januar bisher, ich wünsche allen einen angenehmen Restsonntag und einen guten Start in die Woche!


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