Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Montag, 21. April 2014

Kurzurlaub in Stralsund über Ostern

Fazit: 3 Übernachtungen in durchgelegenen Betten sind genug, und 3 Tage voller sehr leckerer Speisen sollten auch besser genug sein, allein der armen Figur wegen. Im Kontor Scheele wurden wir mit hervorragendem Kaffee verwöhnt, die Art von Kaffee, die man sich eigentlich vorstellt, wenn man ins Café geht, um dort... was aber leider inzwischen wirklich eine Ausnahme darstellt. In vielen Fällen scheint es sich nur noch um Sparvarianten zu handeln, was dazu führt, dass ich es meistens vorziehe, meinen Kaffee zu Hause zu trinken, da weiß ich wenigstens, dass da Kaffee im Pott ist und nicht nur gefärbtes Wasser.
Im Reisepaket enthalten waren: ein 3-Gänge-Abendessen, ein Besuch im Ozeaneum, ein Kaffeegedeck im bereits erwähnten Kontor Scheele und ein Schlummertrunk in Scheel's Labor. Letzteren lösten wir nicht ein, da in Scheel's Labor gleich 2 Großbildschirme hängen und man damit dem Sport nicht entgehen konnte... Kaffeegedeck mit dazugehöriger Torte wurde natürlich eingelöst und hat die Erwartungen übertroffen. Das Ozeanum war auch sehr interessant, allerdings finde ich den regulären Eintrittspreis von 16 €/Person doch etwas happig.
Abendessen im Scheele war auch sehr fein und das Verwöhnfrühstücksbuffet hat den Beinamen zu Recht. Da habe sogar ich ausnahmsweise etwas mehr als sonst gefrühstückt, von daher waren 3 Tage wirklich genug!
Stralsund hat eine wirlich schöne Altstadt und steht damit auch nicht umsonst im Unesco Weltkulturerbe, ausschlaggebend dafür war wohl unter anderem auch der seit *hüstel* 1600? unveränderte Grundriß. Also gut, wohl tatsächlich im Wesentlichen seit der Gründung im 13. Jahrhundert trotz aller Brände und Belagerungen. Ca. 80 % der Gebäude sind bisher saniert oder teilsaniert, unten zuerst der Scheelehof als Beispiel eines sanierten Hauses, dann ein unsaniertes Haus.


Verkehrstechnisch verzweifelt mal wieder jedes Navi, parken dürfen nur die Anwohner, für Besucher gibt es Parkhäuser, zu denen eine Reihe von Einbahnstraßen führen. Dafür ist die Altstadt gut fußläufig zu erschließen, da nicht sehr groß.
Donnerstag Abend essen im Fischermann's am Hafen, auch sehr empfehlenswert, mit einem schönen Wintergarten, Freitag Essen im Scheelehof und Samstag noch einmal im Fischermann's. Auf der Suche nach einer Cocktailbar sind wir dann anschließend falsch gelaufen und zu früh abgebogen, auf dem Rückweg aus dem Speicher 8, einem weiteren Restaurant am Hafen fanden wir dann die Bar. Nunja, was solls.
Freitag im Ozeanum zugebracht. Viele Informationen über die Meere und einige Aquarien mit heimischer Fischfauna und Flora, unten nur ein paar Beispiele. Es ist gar nicht so einfach, mit den kleinen, trägen Digitalkameras einen Fisch im Aquarium zu knipsen, die halten halt nicht still!



Später statteten wir der Welterbe-Ausstellung noch einen Besuch ab. Samstag dann Fahrt nach Ribnitz-Damgarten ins Bernstein-Museum. Im Bernsteinmuseum gab es nebst einer unglaublichen Vielfalt an Bernstein und viel Informationen darüber unter anderem eine Tafel, die das sog. Bernstein-Regal aufzeigte. Dabei handelte es sich - kurz gesagt - um Regeln zur Verwendung von Bernstein. Inzwischen ist das sammeln von Bernstein erlaubt, im 15. Jahrhundert war es unter Androhung von Todesstrafe verboten, jedenfalls zum eigenen Gebrauch. Es gab eine Bernsteinsammel - und Abgabepflicht, für die anscheinend eine Belohnung existierte. Ausgang des Ganzen war die besetzung der Gebiete durch Ritter des Deutschen Ordens nach den Kreuzzügen - interessant ist immer wieder, wie lange sich solche 'Inbesitznahmen' halten - die Inbesitznahme durch Übermacht an Waffen - nämlich bis heute... Aber das nur am Rande erwähnt.
Eins der vielen Beispiele von verarbeitetem Bernstein im Museum:



Danach auf den Darß nach Ahrenshoop. In Ahrenshoop waren wir vor ca. 20 Jahren bereits einmal und hatten dort in einem kleinen Laden sehr schöne Keramiken entdeckt, die Fischland-Keramik. Meine Tasse hat es nicht überlebt, also wollte ich doch schauen, ob es den Laden noch gibt. Es gab ihn noch, wir haben ihn auf der Suche nach einem Ort für's Mittagessen gefunden udn dort dann erfahren, dass diese Keramik mit ihrer Bemalung seit 40 Jahren hergestellt wird. Genauer gesagt, dass Friedemann Löber sie seit 40 Jahren herstellt, insgesamt gibt es diese Technik bereits länger - mehr dazu siehe hier:

Geschichte der Fischlandkeramik

Nun nenne ich mal wieder eine Fischland-Keramik Tasse mein Eigen und hoffe doch sehr, dass diese länger hält als die erste. Statt Töpfermarkt in Görzke eben Töpferei in Ahrenshoop. Hauptziel war aber eigentlich nicht unbedingt die Keramik, sondern Füße ins Meer stellen, was in Stralsund leider nicht geht.
In Ahrenshoop am Strand entlang schlendern, immer wieder mit den Füßen im sehr kalten Wasser und ein bisschen Strandgut sammeln, Muscheln, Steine, ein paar meergeglättete Hölzer und einfach nur den Wind um die Nase wehen lassen - eigentlich sollte man jedes Jahr wenigstens einmal ans Meer fahren, es ist so herrlich entspannend. Zur Saison möchte ich allerdings nicht dort sein. Es führt eine Straße über den Darß und die war an diesem Samstag bereits stark befahren und ich vermute, dass auch am Strand nur noch wenige Eckchen frei sind zur Saison. Am letzten Samstag verliefen sich die Besucher noch und man konnte den Strand gut genießen.


Vor lauter Begeisterung vergaßen wir allerdings Sonntag morgen, am Hafen vorbeizugehen und Räucherfisch für zu Hause einzukaufen - dafür gab es unterwegs Spargel. Die Rückfahrt dauerte zwar nicht wesentlich länger als geplant, verlief aber sehr viel langsamer. Statt über die diversen Autobahnen zurückzufahren, misstrauten wir dem Navi, als es uns anwies, trotz Hinweisschild Berlin geradeaus, stattdessen Richtung Lübeck abzubiegen. Mit dem Erfolg, dass wir der B 96 folgten. An und für sich ist ja daran nichts auszusetzen, aber es kommt kein wirklich fließendes Fahren zustande, wenn alle Nase lang die Geschwindigkeit an einer Kreuzung auf 70 reduziert wird... Irgendwann hat aber auch eine solche Fahrt ein Ende und der Rest des Tages verging in vergnüglichem Nichts-Tun.
Der heutige Ostermontag stand bereits wieder im Zeichen der Arbeit, genauer gesagt im Zeichen der Planung der Außenanlagen von Mal's Scheune in Wiesenburg, damit diese Unterlagen nächste Woche endlich dem Denkmalschutzamt vorgelegt werden können. Da Mal's Grundstück direkt an den Wiesenburger Schlosspark grenzt, hat das Amt da auch ein Wörtchen bei der Planung mitzureden... Ich hoffe, die Planung geht durch, damit wir dann am Fläming Aktiv Tag genug zu tun haben :)
Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche!

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