Eine Reise an einem Ort

Diese Reise begann im April 2011 und dauert noch an - kleine Schritte und doch am selben Ort - und hier lege ich ein kleines Reisetagebuch vor, in dem immer wieder Neues steht zum Verlauf der Reise - an einem Ort.

Eine Zeitreise vor Ort

Die Zeitreise bekommt eine eigene Seite (auch so ein Blog muss erst einmal bereist werden).
Kleiner Nachtrag zu den Fliesen: Fertig! Jedenfalls im Inneren der Küche, lediglich der Durchgang muss noch freigelegt werden...
Das ganze sieht jetzt noch nicht ganz frisch aus, die Feinarbeit des Reinigens steht noch aus, aber wenigstens ist die Ausgleichsschicht abgetragen:





Bereits im letzten Jahr wurde bei ersten Arbeiten in der Küche unter PVC und Ausgleichsschicht zufällig der ursprüngliche Bodenbelag gefunden:

Es handelt sich dabei um sechseckigen Fliesen, wie sie um 1900 herum gerne verlegt wurden. Die gleichen Fliesen, die auch im hinteren Flur verlegt sind und dort mit ihren unterschiedlichen Rottönen eine sehr warmen Eindruck machen. Eine Anfrage bei einem Fliesenleger zum Thema: wie am besten die Ausgleichsschicht ablösen, ergab nicht sehr viel ermutigendes. Wir hatten auf ein wie auch immer geartetes flüssiges Mittel zum Aufbringen gehofft, das die Schicht evtl. auf-oder zumindest anlösen würde. So etwas scheint es nicht zu geben.
Danach lagen die Fliesen, wohl geschützt unter dem PVC, eine ganze Weile brach, bis eines Tages Anfang Februar recht spontan ein Löseversuch mittels Hammer und Meißel geschah. Ich hatte Bedenken, dass der Meißel eventuell Spuren auf der Oberfläche hinterlassen würde. Von diversen Metallabriebspuren, die sich mit Essig leicht entfernen lassen, blieben die Oberflächen der Fliesen völlig unbeeindruckt (im wahrsten Sinne des Wortes). In dem Moment war die Rettung der Fliesen beschlossene Sache, die einzig notwendige Investition war ein neuer Flachmeißel und los ging's.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...


Am Ende es ersten Tages. Ich kann diese Art Arbeit maximal 4 Stunden am Stück durchführen, danach protestieren meine Schultern einfach zu sehr.

 Das Stück auf der rechten Seite hat mich ziemlich lange aufgehalten, inzwischen ist der Fußboden zu ca. 80% freigelegt.
Diese Fliesen kosten ca. 103 € pro m² und die Küche hat eine Grundflächen von etwa 12 m².  Da ich insgesamt mit ca. 10 Tagen rechne, scheint mir das trotz aller Arbeit noch die günstigere Variante. Und vor allem - so schön!

Der Ort
Der Ort, an dem unsere Reise stattfindet, befindet sich in Lehnsdorf und liegt im Hohen Fläming. Die Landschaft ist geprägt durch Ackerwirtschaft und Kiefernforst. Immer wieder eingestreut liegen kleine und kleinste Ortschaften, Lehnsdorf mit 108 ist dabei nicht einmal die kleinste von allen. Was hat uns hierher verschlagen?
Der Gedanke, nach 25 Jahren etwas Neues, Gemeinsames aufzubauen.
Es begann im Frühling 2010 und begann als vage Idee, als Wunsch. Im Oktober 2010 auf der Fahrt zum Kongress nach Meersburg (8 Stunden im Zug) wurde diese Idee gemeinsam mit 2 Freunden ausgesponnen und Anfang Dezember begann es plötzlich, mit Immobilienscout-links gefüllte eMails zu regnen. Dieses oder jenes Haus, Gründstück, da oder dort oder vielleicht doch lieber das?
Recht überraschend wurde aus den zahlreichen eMails dann ein Termin am 18.12. 2010. Bei ca. 50 cm Schnee und herrlischstem Sonnenschein besahen wir das erste Objekt und füllten es hier und dort bereits in Gedanken mit Nutzung, Gestaltung und Leben.
Aber so ganz richtig war es nicht, noch nicht.
Ein sehr trauriges Kapitel folgte dann kurz vor Weihnachten und legte unsere Suche vorrübergehend auf Eis.
Im Februar wurden die Kräfte wieder zusammengerafft und es ging weiter, jetzt mit 2 - 3 Terminen und Besichtigungen pro Wochenende. Die Fahrten wurden zu Kurzurlauben erklärt und zelebriert, mit Übernachtungen in diesen und jenen Hotels, Besichtigung der Umgebung und allem, was ein kurzer Wochenendurlaub so hergeben kann.
Wir hatten uns zwischenzeitlich bereits zweimal verliebt, beide Objekte fielen allerdings den kritischen Blicken der Baugutachter zum Opfer. Mitte März waren wir nach 15 Objekten kurz davor, eine Pause einzulegen, als letztes stand noch Lehnsdorf auf der Liste.
Was soll ich sagen? Das Wetter spielte natürlich mit, wir hatten auf all unseren Besichtigungen gutes Wetter, einmal rettete uns dann allerdings der Regen vor einer Fehlentscheidung. Hier war es auf den Hof kommen und 'ja' sagen..
Oder vielmehr:
JA!
Interessanterweise gibt es keine Gesamtbilder von dem ersten Termin, nur ganz viele Details. Von daher nehme ich stattdessen ein Bild, dass das Gefühl am besten trifft


Weitere Bilder werden folgen, sobald ich wieder eine Auswahl unter den unzähligen Fotos vom letzten Jahr getroffen habe. So viele?
Ja, so viele. Unter dem Gedanken: jetzt ist alles neu und wird bestaunt, sich gefreut, alles als etwas besonderes wahrgenommen. Irgendwann wird es vermutlich zur Gewohnheit... Und - im letzten Jahr war viel Zeit und Gelegenheit, sich zu freuen, die Besonderheiten auch zu zelebrieren. Immer wieder und wieder, der Alltag wird früh genug einkehren.
Binnen kürzester Zeit wurde der Vertrag dingfest gemacht und nach Unterzeichnung fuhren die alten und die neuen Eigentümer aus Berlin aufs Land, um gemeinsam zu feiern. Es entsprach nicht meiner Vorstellung, einfach den Vertrag zu unterzeichnen und dann zu gehen.
Die Vorbesitzer, 2 Geschwister mit ihren jeweiligen Ehepartnern hatten 5 Jahre lang jedes Wochenende das ganze gehegt und gepflegt, so lange stand es leer nach dem Tod der Eltern. Es steckt ganz viel Geschichte in diesem Haus und damit, obwohl die Übergabe erst 14 Tage später erfolgte, war der Vertragsabschluss der Moment, zusammen zu sitzen und gemeinsam Ende und Neuanfang zu feiern. Es war gut und richtig und ein angenehmer Abend.
:)